Superfoods – wirklich super?

Andrea Schwahn, LWK Rheinland-Pfalz

Superfoods erobern derzeit Supermärkte und Naturkostläden. Was steckt dahinter? Sind diese Lebensmittel besser und „gesünder“ als andere?

Der Begriff Superfood ist weder gesetzlich geregelt noch geschützt. Gemeint sind Lebensmittel, die sich aufgrund ihres hohen Gehaltes an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen gesundheitsförderlich auswirken.

Superfoods werden selten frisch, sondern getrocknet, verarbeitet in Müslis, als Pulver zum Einrühren in Wasser oder Smoothies oder auch in Kapselform angeboten. Zu den beliebtesten Superfoods gehören Chiasamen sowie Gojibeeren, Matchatee oder Acaibeeren.

Besonders den Naturprodukten aus den Anden oder dem Himalaya trauen gesundheitsbewusste Kunden wahre Wunder zu. Sie sollen in unserem Körper Unglaubliches leisten: das Herz schützen, die Hautalterung verlangsamen oder die Leistungsfähigkeit des Gehirns steigern. Dafür sind immer mehr Konsumenten bereit, tief in die Tasche zu greifen. Wissenschaftlich gesicherte Belege für die angepriesenen präventiven oder sogar heilenden Wirkungen gibt es allerdings kaum.

Superfood muss nicht immer exotischer Herkunft sein. Durch den modernen Begriff wird schnell vergessen, dass auch altbewährte naturbelassene Lebensmittel positive Eigenschaften haben. So stellt zum Beispiel Leinsamen eine gute Alternative zu Chia-Samen dar. Sein Omega-3-Gehalt ist ähnlich hoch und die Menge an Ballaststoffen und damit die Sättigungswirkung identisch.

Verteufeln muss man Superfoods nicht. Sie können sogar neue Geschmackserlebnisse vermitteln. Doch mit Superfoods wird man weder glücklicher, noch schöner oder älter. Sie sind in erster Linie ein Marketingbegriff und gleichen keine unausgewogene Ernährung aus. Echtes Superfood kommt aus der Region und wird entsprechend der Saison verarbeitet. Es ist vielleicht nicht so cool, aber auch wesentlich günstiger im Preis.

Die Ernährungsberaterinnen der Dienstleistungszentren Ländlicher Raum bieten ab 2017 einen Vortrag mit dem Thema „Superfoods – wirklich super? Die Importschlager und ihre regionalen Alternativen“. Die LandFrauen sind herzlich zu diesem aktuellen Thema eingeladen.

 

Ute Pötsch, Koordinierungsstelle Ernährungsberatung, Dienstleistungszentrum ländlicher Raum Westerwald-Osteifel