10 Jahre Mammographie-Screening Mittelrhein: Früherkennungsprogramm zeigt seine Effektivität im Kampf gegen Brustkrebs

325.000 Frauen in Region nahmen seit 2005 am Screening teil – Viele Tumore wurden in einem sehr frühen Stadium entdeckt – Veranstaltung unter Mitwirkung der Landfrauen Rheinland-Nassau

10 Jahre Mammographie-Screening-Programm Mittelrhein – dieses Jubiläums feierten die Programmverantwortlichen Ärzte Dr. Toni Vomweg und Dr. Jochen Schenk gemeinsam mit Ärzten, Gästen und unter Mitwirkung der Landfrauen Rheinland-Nassau in der Rhein-Mosel-Halle in Koblenz. Dabei machte die Veranstaltung vor allem eins deutlich: Das Screening-Programm zeigt seine Effektivität bei der Früherkennung und im Kampf gegen Brustkrebs. So wurden in den vergangenen 10 Jahren täglich ein bis zwei Brustkrebserkrankungen im Screening Mittelrhein entdeckt. Die meisten Fälle in einem frühen Stadium, wodurch eine schonendere Behandlung und vielfach die Aussicht auf Heilung möglich ist. Welche Bedeutung diese Form der Früherkennung hat, wurde sehr eindrucksvoll von den Frauen selbst in starken Plädoyers für das Screening auf dem Podium unterstrichen.

 

Insgesamt nahmen in der Region Mittelrhein seit dem Start im Jahr 2005 mehr als 325.000 Frauen am Screening-Programm teil. Mehr als 2.500 Mal wurde dabei ein Brustkrebs oder eine Vorstufe entdeckt. „Mit dem Mammographie-Screening haben wir die Möglichkeit, unsere Gesundheitsvorsorge eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen“, machte Schirmherrin Gabriela zu Sayn-Wittgenstein-Sayn in ihrem Grußwort deutlich. „Und das auf einem sehr hohen, gesicherten Qualitätsniveau.“ Dies wurde auch von der Präsidentin der Landfrauen Rheinland-Nassau Rita Lanius-Heck unterstrichen: „Noch nie waren die Chancen Brustkrebs zu heilen so groß wie heute. Die Landfrauen stehen deshalb zu 100 Prozent an der Seite des Screening-Programms.“

 

Ihr Unverständnis über immer wieder negativ eingefärbte Berichte brachte die Kulturdezernentin der Stadt Koblenz, Dr. Margit Theis-Scholz, in sehr persönlichen Worten zum Ausdruck. Dies verunsichere  die Frauen und halte sie vielleicht von einer Untersuchung ab, die im Einzelfall ganz entscheidend sein könne. „Als Stadt unterstützen wir die Prävention, die Vorsorge und die Früherkennung ganz besonders.“

 

Die ausgewiesene Screening-Expertin Dr. Karin Bock zeigte in einem fachlich fundierten und sehr engagierten Vortrag, dass immer wieder Zahlen herausgegriffen würden, um die Effizienz des Screenings angeblich in Frage zu stellen. „Dabei ist klar belegt, dass wir durch das Screening sehr viel mehr und vor allem sehr viel mehr kleine Karzinome entdecken als vor der Einführung des Programms.“ Die Zahl der großen Karzinome mit schlechter Prognose nehme durch das Screening ab. In Nachbarländern, wo das Früherkennungsprogramm bereits schon sehr viel länger laufe, zeige sich bei den am Screening teilnehmenden Frauen, dass die Sterblichkeit durch Brustkrebs abnehme.

 

Die Programmverantwortliche Ärztin und Leiterin des Referenzzentrums Mammographie Südwest Universitätsklinikum Gießen, Standort Marburg, machte deshalb deutlich, dass es nicht um die Frage des Nutzens des Screenings gehe, sondern um eine ständige Qualitätsverbesserung. „Wir lernen immer weiter dazu und arbeiten an einer ständigen Optimierung des Programms.“

 

Welch hoher Qualitätsanspruch an das Mammographie-Screening gestellt wird, zeigte eine sogenannte Konsensus-Konferenz, die für die Gäste live auf dem Podium nachgestellt wurde. Unter der Beteiligung von Dr. Jan Dünnebacke (Gynäkologe/Operateur), Dr. Johannes Ferber (Pathologe),  Prof. Dr. Richard Berger (Gynäkologe/Operateur), Dr. Arno Franzen (Gynäkologe/Operateur) und   Dr. Josef Spanier (Gynäkologe/Operateur) bekam das Publikum einen Eindruck, wie differenziert die Mammographieaufnahmen und deren Abklärung erörtert werden. „Unter Einbeziehung der verschiedenen Fachmeinungen“, so machten die beiden Moderatoren Dr. Schenk und Dr. Vomweg deutlich, „ gilt es,  bei dieser wöchentlichen Konferenz für unklare oder besonders schwierige Fälle optimale Behandlungswege für die Frauen gemeinsam festzulegen.“

 

Wieso endet das Screening für Frauen nach 69 Jahren? Diese Frage richteten – unabhängig voneinander – Schirmherrin Fürstin Gabriela sowie die Präsidentin der Landfrauen und die Kulturdezernentin an das Forum. „Dazu bräuchten wir mutige Politiker, die eine Ausweitung der Altersgrenze durchsetzen“, so Dr. Karin Bock, die diese Forderung unterstützt. „Zumindest sollte man Frauen die Möglichkeit geben, freiwillig, – aber innerhalb des qualitätsgesicherten Programms -, weiter mitzumachen.“

 

Große Aufmerksamkeit bei den teilnehmenden Ärzten und Gästen zog vor und nach der Veranstaltung der Mammographie-Screening-Bus auf sich. Er war eigens für diesen Tag von seinem aktuellen Standort in Unkel nach Koblenz vor die Rhein-Mosel-Halle geholt worden. Das Mammobil  sowie vier speziell zertifizierte Screening-Praxen in Koblenz, Mayen und Betzdorf sorgen dafür, dass alle Frauen von 50 bis 69 Jahren in der Region Koblenz und im nördlichen Rheinland-Pfalz alle zwei Jahre ihren Anspruch auf eine Screening-Mammographie wahrnehmen können.

Weitere Infos finden sich auch unter: www.mammographie-mittelrhein.de

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